Beschreibung
Infos zur Familiengeschichte und dem Wappen
Familiengeschichte
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Familiengeschichte Graf von Ostermann
Graf von Ostermann
Die Geschichte der russischen Grafen Ostermann begann im westfälischen Bochum. Dort wurde Heinrich Johann Friedrich Ostermann 1686 als Sohn des lutherischen Pastors Johann Conrad Ostermann geboren. Nach Studienjahren in Jena führte ihn sein Weg über Amsterdam 1704 nach Russland. Der sprachbegabte junge Mann lernte rasch Russisch und trat unter Peter dem Großen in den diplomatischen Dienst. Fortan nannte er sich Andrei Iwanowitsch.
Ostermann bewies ein außergewöhnliches Talent für Verhandlungen. Er wirkte an dem Frieden von Nystad mit, der 1721 den langen Nordischen Krieg beendete. Dafür erhielt er den russischen Baronsrang. Auch ein Handelsvertrag mit Persien und das Bündnis mit Österreich von 1726 trugen seine Handschrift. Neben der Außenpolitik arbeitete er an Verwaltungsreformen und an der berühmten Rangtabelle des Zarenreichs.
1721 heiratete Andrei die aus altem russischem Bojarenadel stammende Marfa Iwanowna Streschnewa. Die Verbindung verwurzelte die Familie fest in ihrer neuen Heimat. Unter Kaiserin Anna wurde Ostermann 1730 zum Grafen erhoben und stieg zum Vizekanzler sowie führenden Kabinettsminister auf. Nach dem politischen Umbruch von 1741 verbrachte er seine letzten Jahre mit seiner Familie in Berjosow in Sibirien.
Seine Kinder führten das öffentliche Wirken fort. Fjodor wurde Senator und hinterließ historische Aufzeichnungen. Iwan Ostermann diente als Gesandter in Stockholm, leitete das Kollegium für Auswärtige Angelegenheiten und wurde schließlich russischer Reichskanzler. Die Tochter Anna verband das Haus mit der Familie Tolstoi.
Als Iwan seinen Namen und Grafenrang weitergeben wollte, bestimmte er den Großneffen Alexander Tolstoi zum Erben. Dieser trat als Graf Ostermann-Tolstoi hervor und wurde in den napoleonischen Kriegen zu einem der bekannten russischen Generale. So ging der Familienname in einer neuen Linie weiter. Von Bochum über Sankt Petersburg bis auf Europas Schlachtfelder erzählt das Haus Ostermann von sprachlicher Begabung, diplomatischem Geschick und bemerkenswerter Anpassungsfähigkeit.
Quellen: Große Russische Enzyklopädie (bigenc.ru), Deutsche Biographie, Britannica, Russische Staatsbibliothek (rsl.ru)
Wappen & Heraldik
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Familienwappen Graf von Ostermann
Die Darstellung folgt dem im Allgemeinen Wappenbuch des Russischen Reiches eingetragenen Grafenwappen Ostermann. Es verbindet den kaiserlichen Doppeladler und drei Sterne mit dem alten Stammwappen der Familie, der Palme auf goldenem Grund.
Durch einen blauen, mit drei goldenen sechsstrahligen Sternen belegten Balken geteilt: oben in Silber ein wachsender schwarzer, golden gekrönter Doppeladler mit ausgebreiteten Flügeln; unten in Gold auf grünem Hügel eine grüne Palme. Auf dem Schild eine Grafenkrone und drei Helme mit blau-silbernen Decken. Helmzieren: rechts die Palme, in der Mitte der gekrönte Doppeladler, links drei silberne Straußenfedern.
Heinrich Johann Friedrich Ostermann, in Russland Andrei Iwanowitsch Ostermann, stieg unter Peter dem Großen zum führenden Diplomaten auf und wurde 1730 in den russischen Grafenstand erhoben. Das Grafenwappen ist im Allgemeinen Wappenbuch des Russischen Reiches, Teil II, Nummer 13, verzeichnet.
Quellen: Allgemeines Wappenbuch der Adelsgeschlechter des Russischen Reiches, Teil II, Nr. 13, P. W. Dolgorukow, Russisches genealogisches Buch, Deutsche Biographie, Andrei Iwanowitsch Ostermann
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